Ayla Blaschke im Gespräch mit Udo Pfeifer, Geschäftsführer der Nexus Immobilien GmbH, über Gewerbeimmobilien und die Zukunft des Standorts Chemnitz. Automatisch aus der Tonspur der Folge erstellt.
[0:00] Ich freue mich sehr, Udo, dass du heute bei uns zu Gast bist. Die Baukosten haben sich mehr oder zu verdoppelt bei gigantisch höheren Baupreisen herausgekommen. Wir hatten zum Glück einen Kollege dabei, der quasi durchs Kellerfenster ins Baum reingekrochen ist. Was sind aus deiner Sicht die grössten Hürden? Wir müssen erstmal in Chemnitz unsere Hausaufgaben erledigen. Bürokratie, schnelle Entscheidungswege, das muss einfach umgesetzt werden und dann wird es besser.
[0:23] Warum ist es nicht möglich, dass Chemnitz sagt, wir bauen hier ein Rechenzentrum? Ich diskutiere lieber lang und heftig mit Kaufleuten, streite mich aber nicht so gern mit Lieschen Müller über den tropfenden Wasserhahn. Warum sollte jetzt ein Investor kommen und irgendwo neu zu bauen, wenn denn der Markt quasi unter Druck geraten ist? Hier sehe ich eben im Chemnitzer Markt die Frage, wofür unser Standort denn zukünftig überhaupt steht.
[0:49] Wie gehst du mit diesem ganzen Thema um? Sind wir total hemmzärmelig unterwegs, wenn ihr das hinbekommt für den Gewerbebereich? Ich bin dabei. Bruder, wenn du heute nur eine einzige Gewerbeimmobilie in Sachsen erwerben könntest, welche wäre das und warum? Oh, eine spannende Frage. Welche Gewerbeimmobilie? Also da fällt mir ein, vielleicht eine der neuen Chipfabriken in Dresden, also von TSMC oder von Infineon eine. Ja, das würde mir gut gefallen.
[1:27] Das ist auf jeden Fall schon eine spannende Antwort. , und wahrscheinlich zeigt mir das auch schon, dass du der richtige Gast hier bei uns im Immobilien-Podcast bist. Bei deiner Antwort höre ich natürlich auch schon raus, es geht jetzt nicht nur um die Immobilie an sich, sondern auch um die wirtschaftlichen Entwicklungen dahinter, die es mit sich bringt, wenn sich so eine Schipfabrik ansiedelt. Der Aktienkurs, der ist ja auch gestiegen bei Infineon, hast du das auch beobachtet, 2025 ist nach oben gegangen. Für Dresden ist das natürlich auch ein richtig gutes Zeichen. Wenn man über Immobilien spricht, dann geht das ja Sehr häufig um die, um die, um die wohnwirtschaftlichen, um den wohnwirtschaftlichen Immobilienbereich. Aber man sieht auch anhand dieses Beispieles, dass die, dass der Gewerbeimmobilienbereich eine Menge zu bieten hat, sehr viele Herausforderungen, aber auch Potenziale. Und genau darüber wollen wir heute sprechen, über den Gewerbeimmobilienmarkt in Sachsen. Und ich freue mich sehr, Udo, dass du heute bei uns zu Gast bist.
[2:23] Vielen Dank für die Einladung. Genau, als erster Gast beim Immobilienpodcast. Die Geschichte des Unternehmers, des Bauherrs oder auch des Projektentwicklers, ähm, ja, möchtest du mal ein bisschen was über dich erzählen, Udo, damit wir ja einfach mal ein Gefühl dafür bekommen, woher du kommst, was du so gemacht hast, wie du zu dem Thema Gewerbeimmobilien gekommen bist? oder Chemnitz, bin dann direkt in das elterliche Unternehmen eingetreten, welches quasi im Bereich Transport und Handel unterwegs war, habe dann gemeinsam mit meinen Eltern ein Unternehmen aufgebaut für Getränke Gross- und Einzelhandel beziehungsweise auch Getränke Logistik und hatte dort schon viel Kontakt gewissermassen zu Logistikhallen, zu Lagerhallen im weitesten Sinne oder auch zu Einzelhandelsstandards.
[3:31] , die gewerblich genutzt werden, also Standortanalysen etc., alles das war dann schon immer ein Thema für uns. Und vor dem Hintergrund war dann, war es naheliegend, weil wir uns eben dort auskannten, dass wir dann mit dem quasi Abschied aus dem Getränkegeschäft uns um das Thema Gewerbeimmobilien im Wesentlichen gekümmert haben. Udo, du hast etwas geschafft in Chemnitz, was viele für unmöglich hielten, auch in einer sehr besonderen Zeit.
[4:00] und zum Herzstück der Kulturhauptstadt Europas 2025 gemacht, in einer Zeit, die für viele Bauherren und Projektentwickler sehr herausfordernd war. Die Corona-Krise war da, der Ukraine-Krieg hat begonnen, die Baukosten sind durch die Decke gegangen, Zinsen gestiegen, also es war eine ganz verrückte Zeit. Deshalb auch von meiner Seite der grösste Respekt, dass du das umgesetzt hast. Hinter so ein grosses Das Investmentprojekt, was du da getätigt hast, steckt ja auch immer eine ganz persönliche Geschichte.
[4:34] Vielleicht magst du uns einfach mal ein bisschen was von dir erzählen, wie du überhaupt zu dem Thema Gewerbeimmobilien gekommen bist, was ja, wie du da hingekommen bist. Ja gut, zum Thema Gewerbeimmobilien bin ich schon relativ früh gekommen, weil wir ja in der Vergangenheit als Getränke-Grosshändler und Getränke-Logistiker, aber auch als Getränke-Einzelhändler in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt unterwegs waren.
[5:00] Wir haben schon von jeher immer wieder nach besseren, grösseren, alternativen Standorten gesucht, haben Bestandsstandorte übernommen, revitalisiert, haben neu gebaut, es war alles dabei. Und vor dem Hintergrund habe ich zumindest, ohne anmassen zu sein, etwas Kompetenz in dem Bereich Gewerbeimmobilien über die Jahre gewinnen können. Aber die wohnwirtschaftlichen sind bei uns schon eher so der Löwenanteil. Bei uns geht es sehr viel natürlich auch um emotionale Themen bei Transaktionen, das kannst du dir ja vorstellen. Käufer natürlich, die freuen sich immer, sondern auch positive Erlebnisse dabei. Bei Verkäufen sieht das auch manchmal ein bisschen anders aus. Für mich war das trotzdem immer sehr schön, weil das unsere Arbeit sehr abwechslungsreich macht und mich auch immer begeistert hat. Es war nie langweilig, es ist immer eine Menge los. Was fasziniert dich an dem gewerblichen Bereich?
[6:00] Also insbesondere ist es ja so, dass du, wenn du im gewerblichen Bereich unterwegs bist, hast du ein anderes Klientel an Menschen, mit denen du dich auseinandersetzt. Und das, glaube ich, ist für mich ein echter Schwerpunkt gewesen. Ich diskutiere lieber lang und heftig mit Kaufleuten über einen Ausstellungsgrad, über einen Preis, über einen Standort, was auch immer. und dann bin ich natürlich ein Fan von längerfristigen Verträgen, so dass man quasi mit einem Objekt doch einen relativ grossen Umsatz auch schon machen kann und so dass man eben ja nicht übermässig viel Aufwand hat und auch keine grosse Organisation benötigt, um was weiß ich zehn, zwanzig Gewerbeimmobilien zu bewirtschaften.
[7:00] Investoren fragen mich häufiger, dich wahrscheinlich auch, wo siehst du die höheren Renditen, eher im wohnwirtschaftlichen Bereich oder im gewerblichen Bereich? Und was würdest du jemandem empfehlen, der in den gewerblichen Bereich einsteigt? auskömmliche tolle Renditen erwirtschaften und die dort genauso erfolgreich sind wie Gewerbeimmobilienbetreiber, Bewirtschafter und das Gleiche gilt seitenverkehrt auch im negativen Bereich. Also auch Menschen, die im Gewerbeimmobilienbereich erfolglos sind, alles das gibt es. Also hier pauschal zu sagen, was bringt mehr Rendite, da tue ich mich tatsächlich schwer. Denn woraus entstehen denn Es ist eine Mischung aus Qualität, also wie hochqualitativ ist ein Standort, ist der Standort der richtige, ist es ein interessanter Standort für eben jetzt Gewerbetreibende, da zählt eine Autobahnanbindung dazu, da zählt dazu, dass das Elektrizitätsumfeld passt, dass gegebenenfalls andere Gewerbebetriebe
[8:31] , wo man sich auch austauschen kann, wo man sich auch unterstützen kann, wo man auch als Dienstleister tätig sein kann. So und dann ist natürlich, last but not least, der letzte Punkt ist, wie kaufst du ein? Also wie kaufst du eine Bestandsimmobilie, also eine stehende Immobilie ein, kaufst du die günstig ein? Der gewinnt im Einkauf. Genau, oder wenn du eben die Gestehungskosten anschaust, dass du dort eben auch eine hohe Kostendisziplin und bei der Entstehung an den Tag legst, dass du eben dort entsprechende Margen erzielen kannst.
[9:05] Ja, es ist wirklich nicht mit Schwarz und Weiss zu beantworten, man muss jeden Case für sich betrachten, das Ausrechnen, die Wirtschaftlichkeit dahinter betrachten, die Entwicklung, die soziodemografischen Daten sind wichtig, dass man die mit auswertet und einfach schaut, wie sich die einzelnen Gebiete entwickeln. Ja, ja, ja, ja, da seid ihr bei Estar ja schon ziemlich gut. Im Chemnitzer Umfeld, und was könnte Investoren gegebenenfalls auch zurückhalten, in dieser Stadt zu investieren?
[9:37] Ich glaube, die Frage stellt sich, ich würde die Frage etwas anders stellen. Der Punkt ist, Investoren sind immer da, wenn es quasi für die neu entstehenden Objekte quasi entsprechende Nutze gibt. und hier sehe ich eben im Chemnitzer Markt die Frage, wofür unser Standort denn zukünftig überhaupt steht, denn wir haben ja jetzt in Chemnitz und Westsachsen, ich würde das Gebiet ein bisschen weiter fassen, doch ein paar deutliche Herausforderungen im Bereich Maschinenbau und insbesondere im Bereich Automotive.
[10:30] , wo es nicht zwingend jetzt schon eine Nachnutzung gibt. Und warum sollte jetzt ein Investor kommen und irgendwo neu zu bauen, wenn denn der Markt quasi unter Druck geraten ist und die Mieten tendenziell nach unten rutschen werden? Denn eine zweite oder dritte Nutzung eines Objektes ist von jeher im Regelfall deutlich günstiger, als Neubau zu beziehen. Also das Investorenthema, wir müssen erstmal in Chemnitz unsere Hausaufgaben erledigen. So, wenn die aber erledigt sind, dann muss man eines sagen, dann geht es darum, dass man wenig Bürokratie, schnelle Entscheidungswege, etc., alles das, was aber gerade in den Medien rauf und runter gespielt wird, das muss einfach umgesetzt werden und dann wird es besser.
[11:18] Hast du das Gefühl, dass die Erstellung des Chipwerkes in Dresden, vielleicht auch für Chemnitz, sich positiv auf den Gewerbemarkt hier in dieser Stadt auswirken kann, weil wir sind ja trotzdem noch in Sachsen. Die Näheer zu Dresden ist nicht so weit, das ist gerade selbst gesagt, die Leistungsquoten sind ja trotzdem da. Siehst du da ein Potenzial, dass sich da vielleicht, ich sag mal, Synergien ergeben könnten? Das kann ich mir gut vorstellen. Ich kenne das Umfeld von Chipfabriken und was dort an Dienstleistern sich ansiedelt, kann ich nicht so richtig einschätzen. Wenn es natürlich Dienstleistungen rund um den Bereich Logistik gehen würde und dort quasi auch eine hohe Preissensibilität, da ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass die Region Chemnitz als Ansatzstelle für Dienstleister rund um das Thema Logistik hier gut funktionieren könnte.
[12:30] ich sag mal, im Mikrostandort und im Makrostandort wesentlich auch Dinge verändert haben, beziehungsweise Dinge in Bewegung gekommen sind, die dem Standort zugute gekommen sind, beziehungsweise ja dem ganzen Projekt und deren Dynamik, ich sag mal positiv beeinflusst hat. Also ich würde sagen, ja und nein. Nehmen wir noch mal die Hartmann-Fabrik. Also jetzt nur, dass die Hartmann-Fabrik in einer Funktion und in der Zukunft zugeführt worden ist, heisst nicht, dass dort in dem Umfeld Das passiert, aber wenn man sich das Gesamtkonstrukt anschaut, den gesamten Hartmannplatz, mit der Turnhalle, mit der grossen Schule, die dort neu entstanden ist, der Hartmann-Fabrik, dann ist das ganze Ensemble dort am Chemnitz-Fluss entlang, das hat sich schon toll entwickelt und da bedarf es eben mehrerer Investoren. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Vielleicht auch aus dem wohnwirtschaftlichen Bereich, es muss ja jetzt nicht nur Gewerbe sein, aber auch die Zukunft.
[13:30] Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, also zum Beispiel dort gibt es jetzt auch im Umfeld Mehrfamilienhäuser, da wundere ich mich, dass die ja noch nicht, dass das noch gerne angepackt hat und beginnt dort mit einer Sanierung. Aber das kommt ja vielleicht noch. Ja, zurzeit sind die Leute nicht so begeistert vom Bauen nach. Ja, zweites Beispiel, nehmen wir mal unsere, den grössten Produktionsstandort von Coca-Cola in Thüringen, den wir ebenfalls 2019, glaube ich, erworben haben.
[14:00] Dort waren in der Spitze früher 150 Mitarbeiter tätig, wir haben das Objekt nahezu als Lehrstand übernommen und haben begonnen, uns dort nach Mietern und nach deren Wünschen entsprechend auch umzusehen und das Objekt herzurichten. Das Verwaltungsgebäude, was dort an dem Standort ja besteht, ist jetzt quasi zum Medienzentrum geworden, dort sind zwei grosse Radiosender, die zwei grossen Thüringer Radiosender drin, private Radiosender, haben dort ihre Heimat gefunden und die haben wir zum Beispiel eben von Erfurt nach Weimar gezogen.
[15:00] So soll es ja auch sein, wenn so viel Geld an dem Standort investiert wird, dann ist das natürlich auch der beste und schönste Effekt, der erzielt werden kann. Ja, wir haben das auch bei unserem Projekt gemerkt, dass genau, wenn man eine grosse Wohnimmobil jetzt saniert hat, dann merkt man schon, dass der ein oder andere auf einen zukommt und neugierig wird, welche Zielmieten habt ihr denn erreicht und wie ist das Projekt gelaufen und man merkt schon, dass die Bereitschaft dann von kleiner oder anderen Investoren auch grösser wird, sich mal ein Projekt anzuschauen, was rechts oder links daneben liegt.
[15:30] und dann vielleicht doch mal auch Geld zu investieren und um das Quartier ja noch schöner zu machen. Und die anderen umliegenden Immobilien profitieren ja am Ende auch davon, von der entsprechenden Wertsteigerung. Absolut, möglich. Ja, ein grüner Effekt, der daraus entsteht. Ich möchte gerne noch mal ein bisschen näher auf die Hartmann-Fabrik eingehen, genau. Und zwar interessiert mich schon ein bisschen mehr die Geschichte dahinter, quasi wie bist du denn zu der Immobilie überhaupt gekommen?
[16:00] Er hat ja nicht einfach vorbei, oder vielleicht bist du doch einfach nur vorbeigefahren und dachte so, das ist die schönste Industriehalle, die ich je gesehen habe, die muss ich jetzt unbedingt sanieren. Mich interessieren auch, ich sag mal, deine grössten Ängste bei dem Projekt und die grössten Herausforderungen, aber ja vielleicht auch die schönsten Momente, die du dabei hattest, in der Phase des Baus erlebt hast. Angesehen, weil ein befreundeter Gastronom dort tatsächlich eine Hausbrauerei einbauen wollte und ich mit ihm gemeinsam darüber nachgedacht habe, das Objekt zu erwerben. Das hatte sich damals zerschlagen, a weil der Kaufpreis zu hoch war und b weil uns dann doch ein bisschen auch der Mut verlassen hat, weil die Dimension von der Hausbrauerei mit Gastronomie und so weiter, das wäre schon auch ein echter Knaller gewesen, also wirtschaftlich.
[17:00] Dann gab es einen weiteren Versuch, das Objekt in der Nutzung zuzuführen, indem man dort einen Lebensmittelmarkt reinmacht, auch das, wo jemand überlegt. Da war ich auch mit dem nächsten Eigentümer in der Verhandlung, konnte ich mich mit dem aber auch gar nicht über den Preis verständigen, und dann war es im Jahr 2017 oder 2018, hatte ich gehört, dass eben wiederum ein neuer Eigentümer sich mit dem Objekt beschäftigt hatte und ihn hatte aber dann auch so ein bisschen der Mut verlassen, da zu investieren, und dann haben wir gesagt, so, ja, trauen uns das zu, das Objekt zu sanieren. Ich hatte damals im Kopf, dass wir tatsächlich in 2018 eben in Richtung Coworking etwas Neues platzieren im Chemnitzer Markt. Also, WeWork war so quasi der grosse.
[18:00] , den wir im Auge hatten und wie erfolgreich die Story war seinerzeit. Und ja, bis wir dann tatsächlich begonnen haben, bis wir genehmigungstechnisch soweit waren, etc., war es ja dann schon 2020, 2021. Ich hatte auch, weil ich ja noch in anderen Geschäften tätig war, jetzt auch keinen echten Schwerpunkt auf das Objekt gelegt, dass es besonders schnell losgehen muss. Und ein weiterer Punkt war, dass Die damalige Bürgermeisterin, die Barbara Ludwig, auf uns zugekommen ist und hatte mich gefragt, ob ich mir denn vorstellen könnte, wenn denn Chemnitz den Zuschlag bekommt, Kulturhauptstadt Europas zu werden in 2025, ob denn das nicht das Headquarter gewissermaßen sein könnte.
[18:49] Ja, da hatte ich jetzt nicht so intensiv drüber nachgedacht, habe aber gesagt, ja, kann ich mir vorstellen, geht los. Ja, aber sicherlich Aussicht auf den Mietvertrag, aber auch, weil das Thema Chemnitz als Kulturhauptstadt fand ich super. Ja, also das war eine Riesenidee, eine tolle Herausforderung, und ja, als Chemnitz so zum Leuchtturm zu bringen, mal zum Leuchten zu bringen für ein Jahr, das hat mich schon auch angefickt.
[19:19] Das motiviert natürlich dann auch, so ein grosses Projekt zu realisieren, ne? Ja, in der Tat. Es war eine sehr schwere Phase. Wie hast du diese Bauphase und die ganzen Widrigkeiten, ich sag mal, empfunden als Bauherr? Also diese, ich sag mal, die ganzen Rahmenbedingungen haben sich ja in den Jahren massiv verändert. Wie hast du das empfunden, wie bist du mit den Themen umgegangen, wie hast du versucht, Lösungen zu finden, also wie bist du mit diesen ganzen Themen umgegangen, die da in so einer brachialen Weise, ja.
[20:00] Ja, zu verdoppelt in der Zeit. Also wir hatten eine komplett andere Planung und sind bei gigantisch höheren Baupreisen am Ende herausgekommen. Das hatte zweierlei Gründe. Einerseits die Planungsphase war unfassbar kompliziert und langwierig, weil wir eben in dieser Pandemiezeit unterwegs waren und die Ämter dort teilweise ja auch geschlossen waren, wenn wir quasi nur auf digitalem Weg uns austauschen konnten oder telefonisch. Und wir hatten zum Glück einen Kollege dabei.
[20:30] der quasi das Projekt mitgemanagt hat, der quasi durchs Kellerfenster im Bauamt, ins Bauamt reingekrochen ist. Und er hat dort trotzdem seine Gespräche geführt. Ja, also das war eine spannende Phase und … Die Behörden sind ja auch nicht rausgekommen zu der Zeit, wir hatten auch das Problem, wir mussten dann alle irgendwie immer so visualisieren, fürs Denkmalschutzamt hatten wir das, wir mussten alles fotografieren und zeigen, wie wir es umsetzen, Die Möglichkeit, nicht mehr Bestand, in die Objekte zu kommen, also bei uns hat das so die Bauphase extrem verlängert, also die ganze Planungsphase einfach in die Länge gezogen, aber du musst ja dabei auch wahnsinnigen Druck verspürt haben, weil wenn, ich sag mal, die Planungsphase sich verlängert, man aber so ein Projekt beginnt mit der Aussicht Kulturhauptstadt 25, dann weiss man ja auch, okay, hinten raus kann es halt auch echt eng werden, ne? Ist das eng geworden vom Zeitplan her?
[21:23] Ja, das ist schon eng geworden, aber muss ich auch offen sagen, da haben wir ja Zwanzig, zwanzig, zwanzig, zwanzig, zwanzig, zwanzig, bis zwanzig, zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, bis zwanzig, Hätten wir das Dach so saniert, wie es der Denkmalschutz sich gewünscht hat, hätten wir viel länger gebraucht zum Bauen, und es wäre wahrscheinlich noch teurer geworden. So konnten wir das Dach komplett runternehmen und mussten allerdings denkmalschutzgerecht genauso wieder neu bauen.
[22:18] Okay. Das ist ja eine Nachrichtung an der Stelle. Der Mietvertrag mit der Stadt, der läuft ja so, ich glaube, noch bis 2029. Hast du danach schon konkrete Pläne oder wünschst du dir einen bestimmten, ich sag mal, nächsten Mieter für deine Immobilie, die du ja dann auch so aufwendig saniert hast und die über ein Herzblut reingesteckt hast? Also mein Wunsch wäre natürlich, dass der Standort weiterhin einer kulturellen Nutzung zugeführt wird.
[23:00] Ja, ich will da auch gar nicht konkret sagen, wie ich mir das vorstelle, aber dass das quasi in der Folge der Kulturhauptstadt als Standort weiterhin in der kulturellen Nutzung zugeführt hat, das wäre schon schön. Alternativ könnte ich mir das natürlich auch gut vorstellen für, ja, ein Standort für eine Firmenzentrale, wenn es grösser ein Unternehmens, was sich dort ansiedeln könnte. Auch das könnte, ich sag mal spannend sein, weil es halt wirklich und was ein anderes Gebäude ist.
[23:31] Ja, architektonisch gibt es ja wahrscheinlich auch die ein oder andere Möglichkeit, das entsprechend auch noch mal. Da kann sich jetzt nicht mehr wissen. Ja, ja, natürlich. Meine absolute Traumfrage, wenn Geld keine Rolle spielen würde, Baugenehmigungen keine Rolle spielen würden und auch, ich sag mal, bürokratische oder administrative Prozesse in der Stadt keine Rolle spielen würden, welche gewerbliche Immobilie würdest du in Chemnitz gern errichten?
[24:00] Tolle Frage, oder? Also mit Träumen habe ich es nicht ganz so, aber grundsätzlich würde ich das in dem grösseren Kontext sehen. Erstens müssten wir wissen, wo wir mit unserer Stadt hin möchten, wo möchte unsere Bevölkerung hin, unsere, ich sag mal, Stadt Oberen, wo sehen die Chemnitz in der Zukunft? ich mir wünschen könnte, ja, denn es macht wahrscheinlich jetzt hier wenig Sinn, ja, grossflächig Rindviecher zu halten, und ich hätte gerne grosse Ställe gebaut. Das sehe ich in Chemnitz jetzt eben eher nicht. Was ich aber mir gut vorstellen kann, wenn zum Beispiel die Idee von der Chemnitzer Zukunft so aussieht, dass wir, ja, Studiengänge an unserer Universität entwickeln.
[25:00] oder fortführen, verändern, wo wir quasi zukunftsfähige Spielfelder belegen, ob das in der Digitalität ist, ob das in der Forschung ist, ob das Forschung in verschiedensten Geschäftsfeldern ist, also ob das von Arznei bis Hirnforschung etc. und Entwicklung belegt und natürlich eben Digitalität. Wir kommen, wir sind ja aus einer Maschinenbauecke, warum kann bei uns, warum spielt Robotik keine echte Rolle? Ja, denn die Robotik ist aus meiner Sicht ganz nah am Maschinenbau dran, denn perspektivisch, glaube ich, werden die Maschinen von Robotern gebaut oder auch Produkte werden von Robotern gebaut, also das, das könnte ein Geschäftsfeld sein und dazu brauchst du natürlich erst einmal junge, intelligente Menschen.
[26:00] die du ja ausbildest und entwickelst, sondern eben eine Universität mit, was weiß ich, 20.000 Studenten, mit quasi modernsten ausgestattet, dass wir hier wirklich in die Köpfe der Menschen investieren, nicht nur der Chemnitzer, sondern dass es eine internationale anerkannte Universität ist und dass wir hier die besten Leute ausbilden. Und dann, glaube ich, ist es schon mal ein guter Ansatz, dass wir perspektivisch auch hier Leute heilen.
[26:30] können, Investoren finden, die, was weiss ich was, sagen wir einfach, warum ist es nicht möglich, dass Chemnitz sagt, wir bauen hier ein Rechenzentrum, ja, wenn es denn überhaupt technisch möglich ist, wenn wir die entsprechende, das energetische Umfeld haben, um das hier entwickeln zu können, dann siedeln sich darum herum ja verschiedenste noch andere Unternehmen rund um das Thema. Das könnte auch zum Beispiel ein relativ schneller Antritt sein, also so ein Rechenzentrum zum Beispiel zu entwickeln, zu bauen. Das könnte ich mir gut vorstellen. Natürlich nicht alles alleine, da brauchst du sicherlich Partnerschaften, weil die Dinger sollen ja einigermassen teuer sein, wie ich hörte.
[27:18] Das ist ziemlich teuer, genau, aber es passt auf jeden Fall gut zu dem Thema Industriestadt, was wir früher waren und würde natürlich ja darauf einzahlen. Ja, eine Frage, die mir besonders am Herzen liegt, Wir sind ja ein sehr technologisch orientiertes Unternehmen und bauen unsere eigenen Tools und sind an dem Thema Transparenz in der Immobilienwirtschaft sehr interessiert. Wie siehst du das im gewerblichen Segment oder beziehungsweise als Gewerbeinvestor, wie digital arbeitest du gerade, woher nimmst du dir die Daten, die du brauchst, um Investmententscheidungen zu treffen, ja, wie gehst du mit diesem ganzen Thema um?
[28:00] Ein ERP-System, welches aus der Immobilienwirtschaft kommt, das ist aber im Prinzip nur zur Abwicklung von Projekten, Verträgen, Nebenkosten, etc. Also eine ganz normale Standardsoftware. Ansonsten rund um das Thema Scouting des Marktes sind wir total hemdsärmlich unterwegs, alles zu Fuss, viel Bauchgefühl und dann eben rund um allgemeine Wirtschaft. Daten, die zu verfolgen, das sich zu belesen. Das ist exakt der Punkt, an dem wir uns wünschen würden, perspektivisch arbeiten zu können, dass wir in unserer Organisation quasi auf Daten zurückgreifen können, um hier schneller, konsequenter und nachhaltiger Entscheidungen treffen zu können.
[28:50] Im wohnwirtschaftlichen Bereich ist aus meiner Sicht die Transparenz ja ein bisschen höher. Man hat relativ regelmässig, zumindest für die Hotspots Marktberichte, wenn man so ein bisschen in die Rangebiete Geht, wird das auch ein bisschen schwieriger, aber es sind trotzdem genügend Daten vorhanden, um sich, ich sag mal, zu informieren über Überlagen, über Kaufpreise, über Mieten. Im Gewerbebereich finde ich das sehr fragmentiert und auch wirklich schwierig. Man muss schon wirklich auch Leute kennen, mit denen man sich mal unterhalten kann, um mal zu erfahren, wie viel Miete hast du denn bekommen, keine Ahnung, vom Bäcker oder in der Gewerbehalle, je nachdem. Also das sehe ich auch so, dass es nicht so wirklich transparent ist und da eine Menge Nachholbedarf besteht.
[29:30] Ja, ja, ja. Also wenn das, was ihr jetzt wohnwirtschaftlich, wie ihr da unterwegs seid, wenn ihr das hinbekommt für den Gewerbebereich, ich bin dabei. Ja, wir arbeiten daran. So, letzte Frage, Udo, das wird auch ein bisschen zum Markenzeichen von unserem Podcast. Welches Thema rund um Gewerbeimmobilien würdest du spannend finden für eine nächste Folge und wen würdest du vielleicht auch einladen in diesen Podcast als nächstes?
[30:00] Schwierige Frage, aber vielleicht, dass es nicht so komplett nur für Immobilien-Nerds ein Thema ist, wäre der Vorschlag, was macht die Digitalisierung im Handel, also der Eintritt von Amazon, Zalando und Co. von den grossen digitalen Plattformen, was sind die Auswirkungen auf Innenstädte, speziell jetzt mal für Chemnitz, wir haben mit dem Wecker , von Kaufhof quasi eine grössere Baustelle bei uns in der Chemnitzer Innenstadt. Ja, was macht diese Veränderung im Handel, was macht das mit unseren Innenstädten? Und da würde ich vorschlagen, einmal einen jungen Mann aus der Unternehmensgruppe von Kurt Krieger, das wäre der Thomas Stoicke, der ist Center Manager von unserem Chemnitz-Center und der ist meines
[31:00] für den von der Klicker-Gruppe übernommenen Kaufhof in der Chemnitzer Innenstadt und wie er den Markt sieht, das wäre ein Vorschlag. Anderer Vorschlag, Jörg Knöfel, das ist der Center-Manager von unserer Roten Turm-Galerie, auch ein sehr, sehr kompetenter Mann, dem ich zutraue, uns hier gutrede und antwortstehen zu können. weil der ganze E-Commerce-Bereich natürlich zugelegt hat und die Leute auch merken, dass es da Veränderungen gibt, spürbar, auch für alle von uns, die hier in der Stadt leben.
[31:38] Ganz genau. Ja, toll, vielleicht bekommen wir das ja hin. Wäre schön. Ja, Udo, vielen lieben Dank, dass du heute in unserem Podcast warst, dass du so ehrliche und transparente Einblicke auch in die Immobilie-, also in die gewerbliche Immobilienbranche gegeben hast hier in Chemnitz und auch in deine Projekte natürlich. in die Stadt Chemnitz, was ich persönlich sehr beeindruckend und schön finde. Ja, also vielen Dank, dass du ja der erste Gast warst und das mit mir zusammen gemacht hast.
[32:09] Liebe Eila, herzlichen Dank und ich bin total happy, erstens, dass ihr mich eingeladen habt und ich wünsche euch für euer Format und für eure Zukunft rund um Estarjahr ganz viel Erfolg, insbesondere auch im Gewerbebereich. Dankeschön. Bitte, bitte.